Sibirien Mamay 2019

Wir wurden mit kälteren Temperaturen empfangen als in unserem Gefrierschrank herrschen. Der Pulverschnee, die russische Gastfreundschaft und die Touren wärmten uns aber bald auf

Anreise

Kommerzielles Fliegen wird nie zu unserem Hobby. So auch nicht an diesem Donnerstag, als wir in Kloten den Flieger nach Moskau bestiegen. Glücklicherweise machten wir bei unserer Hinreise ins Mamaytal einen Zwischenstopp in Moskau und so hielt sich die Aufenthaltsdauer im Flieger in Grenzen. Nach dem Transfer ins Hotel und einem ersten Testen der russischen Küche machten wir uns auf den Weg den weihnachtlich geschmückten “Roten Platz” zu besuchen. Der nächste Morgen war ganz im Zeichen des Kremls. Wir genossen eine Führung und verschoben uns dann auf den Nachmittag auf den Flugplatz um den zweiten Teil unserer Anreise zu bewältigen. Einen langen Flug nach “Irkutsk” später befanden wir uns im Tiefgefrierer. Angenehme -25° empfingen uns beim Verlassen des Flugzeuges. Die normale Körperwärme liess, trotz des herzlichen Empfanges von Iwan, etwas auf sich warten. Weiter ging es mit dem Bus ins Mamaytal. In einem Hotel am Eingang des Tals montierten wir die Skier und fellten circa 2.5h zu unserer Hütte hoch.

Touren

Pulverschnee wurde neu definiert. Soviel konnten wir bereits nach der ersten Tour bezeugen. Die Topografie des Tals liessen jedoch nie eigentliche Skitourenstimmung aufkommen. Die Berge sind mit 1500hm angenehm tief und so verbrachte man den Tag mehr mit Freeriden und dem dazu notwendigen Aufsteigen. Gipfel traten in den Hintergrund. Der Fun war primär im Suchen der optimalen Line im perfekten Tiefschnee anzutreffen. Am zweiten Tourentag zogen wir den einzigen “Schlechtwettertag” ein. Es schneite. Normalerweise ein Grund für ein etwas längeres Gesicht, aber nicht so im Mamaytal. Iwan nannte es den “True Mamay-Snow” und “oh boy” hatte er sowas von Recht. Das was da vom Himmel fiel ist staubtrockener Pulverschnee, der sich nicht verfestigen wollte. Eine Schneeballschlacht im kalten Sibirien ist nicht möglich. So stoben wir durch 40cm reinsten Pulverschnee und mussten eine eigene Atemtechnik erfinden. Nicht selten schaute, trotz hoher Geschwindigkeit, nur der Kopf aus dem Schnee. Ein Erlebnis das seinesgleichen sucht.

Die weiteren Tagen verbrachten wir aktiv damit das Tal zu verfahren. Nicht selten fellten wir 3-4 mal an um nochmals eine Linie in den unverspurten Hang zu zeichnen. Mit der Zeit hatten wir auch Übung im Bewältigen der sibirischen Kälte. Wärmesäcklein die bereits beim Start ihren Weg in die Handschuhe fanden halfen weiter und oftmals stieg man auch gleich mit der montierten Daunenjacke auf. Dies spart auf jeden Fall Zeit auf dem Gipfel, da Kleiderwechseln oder mehr Kleidung anziehen unnötig wurde. Nach den Touren wurden wir kulinarisch von unserer Köchin verwöhnt, die sich in der einfachen Küche der Hütte mit traditionellen russischen Gerichten verwirklichte.

Rückreise

War die Hinreise schon gefühlt viel zu lange, so ist sie jedoch nicht mit der Rückreise zu vergleichen. Der Start war eine Skitour zurück zum Baikalsee. Der Bustransfer nach “Irkutsk” war noch der angenehmste Teil. Nach einem Abendmahl in einem mongolischen Restaurant ging es um 24:00 ins Bett nur um knapp 2.5h später wieder aufzustehen. Das Taxi an den Flughafen wartete. ~11h Flug mit 7h Zeitdifferenz machen das Mamaytal trotz quasi perfektem Schnee zu keinem Wochenendausflugsziel, was mit Blick auf unsere CO2-Bilanz sicherlich auch ganz gut ist.

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