Il Chapütschin – Hochtour

Tag 1 – Hüttenzustieg

Der Sommerzustieg zur Coaz Hütte ist am Schnellsten ab der Mittelstation der Corvatsch-Bahn. Für den Bergwanderweg benötigt man etwa 2.5 Stunden. Es lag zu dieser Jahreszeit noch viel Schnee auf dem Weg. Laut Informationen vom Hüttenteam benötigten sie vor einer Woche sogar noch die Schneeschuhe. Vor dem Nachtessen haben wir die Tour für den nächsten Tag geplant, sowie angeschaut, wie die Tour während den nächsten Tagen ausschauen könnte.

Tag 2 – Il Chapütschin

Um viertel vor Sechs sind wir losmarschiert. Wir folgten den Spuren bis zum Gletscher und zweiten dann ab um in Richtung Fuorcla da Chapütschin zu gehen. Via einem steilen Eisfeld gelangten wir dann bei der Fuorcla auf den Grat dem wir dann halb gehend, halb kletternd bis auf den Gipfel folgten. Die Kletterei ist einfach im 2 – 3 Grad und machte Lust auf mehr. Abgesichert wurde mit Friends und oder über Felszacken. Nachdem wir die Aussicht auf dem Gipfel ausgiebig genossen haben, und uns zeitgleich nochmals mit dem Gelände der morgigen Tour vertraut machten, traten wir den Abstieg an. Viele Wege führen zurück zur Coaz-Hütte, wir nahmen den interessantesten davon. Nach einem kurzen Abstieg betraten wir wieder den Grat und folgten diesem bis kurz nach P. 3172. Danach rannten wir das Firnfeld hinunter und stiessen dann auf den alpinen Wanderweg der Fuorcla Fex führt. Diesem folgend fanden wir bald zur Hütte zurück, wo wir uns den Nachmittag mit Rutschübungen am kurzen Seil verkürzten.

Tag 3 – Von der Cuoz Hütte zum Rifugio Marinelli

Tagwacht war heute zur selben Zeit wie gestern. Die vorgesehene Tour ist nicht schwierig, führt sie nur über den Gletscher und den Pass. Gemäss Julian herrscht hier normalerweise ein grosses Gletscherlabyrinth und die Wegfindung ist nicht einfach, auch muss man oft viele zusätzliche Meter machen und den Spalten auszuweichen. Da es diesen Winter, bis spät in den Frühling lange geschneit hatte war der Gletscher komplett zugeschneit und die Spalten waren kein Hindernis. So konnten wir direkt auf die Fuorcla da la Sella aufsteigen die wir wegen den guten Verhältnissen auch weit vor der geplanten Zeit erreichten. So machten wir auf dem Abstieg einen kurzen Abstecher zum Bivak Parravicini. Der abgestandenen Luft nach zu urteilen, waren wir diese Saison wohl die ersten, die die Tür der Blechschachtel öffneten. Danach galt es “nur” noch die endlose Ebene der Vedretta di Scerscen Superiore zu queren um via Passo Marinelli Occidentale zum Rifugio Marinelli-Bombardieri CAI abzusteigen.
Die Hütte, eigentlich trifft Betonbunker besser als Beschreibung wartete mit feinem italienischen Flair & Kaffee auf. Neben Tellerservice zum Znacht genossen wir dort unser Zweierzimmer und hätten sogar die Möglichkeit nutzen können die Dusche zu benutzen.

Tag 4 – Heimreise über Sondrio

Schweren Herzens haben wir beschlossen, heute die Heimreise anzutreten. Den Bernina und Piz Palü werden wird auf uns warten müssen. Martina hatte bereits am Vortag Kopfschmerzen und weitere Anzeichen einer Höhenkrankeit. Da die nächste Hütte, das Rifugio Marco e Rosa, auf 3600m liegt, war es vernünftiger ab- anstatt hinaufzusteigen.

Die Heimreise hat etwas gedauert. Der Abstieg ins Tal hat knapp 5 Stunden gedauert. Es hatte noch viel Schnee und wir sind immer wieder hüfttief im Schnee eingesunken und mussten viele Schneefelder durchqueren. Im Tal angekommen, mussten wir feststellen das nur 2x am Tag ein Bus nach Sondrio fährt. Der Wirt in einem Hotel organisierte uns ein privates Taxi. In Sondrio mussten wir weitere 1.5 Stunden auf den nächsten Zug nach Tirano warten, welcher 10 Minuten Verspätung hatte. Somit verpassten wir den Anschluss und durften eine weitere Stunde waren. Wir nutzen diese uns kauften uns Flip Flops um unseren Füssen etwas frische Luft zu gönnen. 18 Stunden später sind wir endlich in unserem Zuhause angekommen.